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> Gotthelf der Vikar

Grundriss
. Die allseits freistehende Kirche ist auf einem einfachen Rechteck in nordsüdlicher Richtung entwikelt; sein Längen-Breiten-Verhältnis von annähernd 5:3 entspricht der Proportion der zähringschen Hofstatt.

Aussenbau. Die Aussengestalt der Kirche hat die Strenge und Geschlossenheit vorbarocker Kirchen Roms und zeigt keine geschwungenen Führungen hoch- und spätbarocker Kirchenfronten.

Innenraum. Beherrschendes Element im Innenraum sind die 14 hohen Monolith-Sandsteinsäulen. Der Raumtypus ist einem korinthischen Säulenumgang ähnlich, auf dem die schwere umlaufende Galerie dem Innenraum Form gibt. Auffallend sind die Netzrippengewölbe in technisch einwandfreier Barockgotik.  

Konstruktiv und räumlich überzeugend sind die Einbindung der Turmhalle in den doppelschalig umfassten Hauptraum und die freie Stellung der Kanzel im Nortdeil des Mittelschiffs.
 
  Ausstattung. Unter allen öffentlichen Bauten des 18. Jahrhunderts in Bern ist die Heiliggeistkirche bildhauerisch am reichsten ausgestattet. Das wertvollste Glied der plastischen Ausstattung ist die Kanzel mit ihren Régencefüllungen von feinster graphischer Eleganz.

Das Relief und die Farbigkeit des Stucks über der ganzen Deckenzone sind von äusserster Zartheit.

Würdigung. die Heiliggeistkirche steht geschlossen und konsequent durchgearbeitet vor Augen. Sie ist ein Endprodukt eines komplizierten Entwurfsprozesses, in dessen Frühphase Albrecht Stürler, später und bis zur Vollendung Niklaus Schiltknecht die Hauptanteile zukommen.